Monat: September 2016

Franziskus | ein Kettenbrief-Brot

Vor einigen Wochen hat meine Freundin Anna mich gefragt, ob ich mich noch an Hermann erinnere. Das soll ein Kuchen im Stile eines Kettenbriefs sein. Man bekommt einen Teig von jemandem, backt einen Kuchen daraus und gibt einen Teil des Teiges an den nächsten Weiter.
Gestern habe ich einen Anruf von meiner Freundin Lydia bekommen und gefragt ob ich Lust auf einen Teig für Franziskusbrot im Stile Hermann habe. Zum Glück habe ich gerade gelernt was ein Hermann ist, Und da ich diese Kettenbackerei zu meiner Schulzeit scheinbar verpasst habe, hatte ich großes Interesse an diesem Franziskusbrot.

Am nächsten Tag habe ich mir den Teig abgeholt und per Whatsapp ein Foto erhalten. Auf dem Foto ist ein mit Fettflecken versehener, knittriger Zettel zu sehen, der Backinstruktionen enthält.
Diese lauten wie folgt (keine Gewähr für eleganten Satzbau):

Franziskusbrot
(Ursprung Argentinien)

Dieses Brot bringt Glück für die ganze Familie. 
Demjenigen, der es bäckt, wird ein Wunsch erfüllt. 
Nur einmal im Leben darfst du es backen.

Am Montag musst du damit anfangen. Wichtig ist, dass der Sauerteig nicht in den Kühlschrank gestellt wird. 
Den Teig in einen großen Kunststoff- oder Glasbehälter leeren und mit einem Tuch zudecken. 
Nie mit Metallbesteck oder mit der Hand umrühren.   Holzkelle 

Montag: 250g Zucker zugeben, nicht umrühren!!!
Dienstag: 250ml kalte Milch zugeben, nicht umrühren!!!
Mittwoch: 250g Mehl zugeben, nicht umrühren!!!
Donnerstag: jetzt darfst du mit einer Holzkelle umrühren.
Freitag: Gib 250g Zucker, 250ml kalte Milch und 250g Mehl dazu. Rühre um und teile den Teig in vier Portionen. 
Verschenke drei Teile weiter. 
Samstag: Zu deinem Teig gibst du 250g Mehl, 1 Pack Backpulver, 3 Eier, 1 Pack Vanillezucker, 1 EL gemahlene Nüsse, 150ml Öl,
(UND 1/2 TL Zimt) dazu. 

Rosinen, Schokoladenflocken oder Äpfel (wie man möchte) dazugeben. Springform oder Cakeform mit Backpapier auslegen, den Teig in die Form geben bei 180°C 30-40 Minuten backen. 

Ich habe mich nicht ganz an den vorgegebenen Ablauf gehalten, sondern alle Schritte etwas beschleunigt, da wir am Wochenende nicht zu Hause sind.
Im Umgang mit Sauerteig bin ich zwar noch lang kein Profi, aber ich meine dem Teig angesehen zu haben wann der nächste Schritt anstand. Heute früh begann sich der Teig, nach wunderbarem Aufgehen über Nacht, wieder zu Senken. Also habe ich die restlichen Zutaten in den Teig gerührt und ihn zum Franziskusbrot gebacken.
Damit meiner Familie Glück widerfahren und mir ein Wunsch in Erfüllung gehen würde, hätte ich meinen Teig aufteilen und 3 Portionen davon weitergeben müssen. Dies ist ein weiterer Punkt, den ich nicht befolgt habe. Stattdessen habe ich alle Teige selber zu Ende gebacken. Der erste Kuchen bekam keine weitere besondere Zutat, der zweite aber bekam Mandelstifte, der dritte Schokoladenstückchen und der vierte Rosinen. Nach 2 Stunden war meine Küche ein Schlachtfeld und ich musste mir überlegen was ich mit 4 großen Kuchen machen würde.
Einen habe ich im Ganzen verschenkt, die anderen habe ich scheibchenweise zusammengestellt und in Papiertüten verpackt. In den nächsten Tagen werde ich diese Tütchen an Nachbarn und Freunde verschenken. Endlich kommen durch die Verpackerei meine ganzen neuen Tütchen, Bindfaden, Etiketten, Stempel usw. zum Einsatz. Was von den Kuchen heute noch übrig geblieben ist habe ich sorgfältig verstaut. Denn wenn sich etwas ‚kuchiges‘ in meinem Blickfeld befindet, nasche ich im Vorbeigehen ständig davon. Dies gilt es zu verhindern.
Geschmacklich ist das Franziskusbrot nichts herausragend köstliches. Trotzdem macht es Spaß einen Teig als Kettenbrief zu bekommen, ihn über Tage zu Füttern und ihn zum Abschluss der Woche in einen Kuchen zu verwandeln. Außerdem habe ich zu meiner Schulzeit keinen Hermann gehabt und freue mich nun dies nachgeholt zu haben.

 

Geschenke
Backinstruktionen
250g Zucker
250ml Milch
250g Mehl
umrühren
Der Teig ist bereit
erstes Brot
mit Schokolade
Vier Sorten. Ganz schön viel Brot!!
erstes Brot

Oliver und Zedrick | Projekt Grünzeug

 – Pflanzen am Leben erhalten – 

Ich war nie gut mit Pflanzen. Dieses Problem haben scheinbar viele. Topfpflanzen sind bei mir immer verdurstet. Ich habe mir sogar mal einen Kaktus gekauft. Der hat aber auch nicht lange überlebt, denn er ist ertrunken.
So langsam bekomme ich es aber hin. Ausschlaggebend für meine Motivation das Projekt Grünzeug anzugehen war Oliver. Oliver ist ein kleiner Olivenbaum, den mein Herzi mal mitgebracht hat. Oliver ist fast gestorben. Seine Blätter sind ganz knusprig geworden, dann ausgefallen und dann stand er nur noch da wie ein Skelett. Ich war auch sehr traurig darüber, aber keiner von uns beiden hat sich um ihn gekümmert. Ein Freund hat sogar Interesse an Olivers Skelett geäußert. Er sagte bevor wir ihn entsorgen würde er Olivers Wurzeln von Erde befreien und daraus etwas cooles, dekoratives basteln. Wir waren schon so weit ihm Oliver zu überlassen, bis meine Mama zu Besuch kam und lebenserhaltende Maßnahmen ergriff. Trotz seiner mausetoten Optik war scheinbar noch ein letzter Rest Leben in Oliver. Wir haben alles Überflüssige abgeschnitten und von jenem Moment an habe ich ihn jeden Tag gegossen. Oliver steht bei uns auf dem Südbalkon (oooh, jaa, wir haben auch einen Nordbalkon) und da dieser Sommer ein paar warme Wochen hatte, war das tägliche Gießen auch bitter nötig.

Und dann passierte ein halbes Wunder..

Oliver hat sofort wieder kleine grüne Triebe entwickelt und strotzte nach mehreren Wochen Pflege nur so vor Leben! Er hat sich wieder komplett erholt und sieht jetzt noch viel voller aus als bei seinem Kauf. Das liegt daran, dass überall dort, wo wir an ihm herumgeschnitten haben, ein bis zwei neue Zweige wachsen konnten. Das ist ziemlich beeindruckend. Fast wäre aus ihm Skelett-Kunst geworden, stattdessen stieg er aus der Asche empor wie ein Phönix.

Irgendwann wurde ich etwas selbstbewusster im Umgang mit Oliver, sodass ich ihm einen kleinen Freund gekauft habe. Zedrick. Zedrick ist eine Zitrone. Letztes Wochenende habe ich sogar beide jeweils in einen größeren Topf umgetopft. Sowas habe ich mein ganzes Leben noch nicht gemacht. Zwar konnte ich öfter aus weiter Ferne beobachten wie meine Mutter das mit ihren Pflanzen gemacht hat, aber mein Job war es immer Unkraut zu zupfen und das war langweilig.

Oliver und Zedrick werden zukünftig noch mehr Gesellschaft bekommen. Ich habe jetzt auch eine Gießkanne. Vorher haben Oliver und Zedrick immer Wasser aus einem Glas oder einer Flasche bekommen.
Scheinbar sieht man auch von außen, dass unser ehemals karger Balkon nun belebter ist, denn gestern hat mich doch tatsächlich eine Nachbarin gefragt, ob ich auf ihre Blumen aufpassen würde während sie im Urlaub ist. Innerlich ist meine Brust ziemlich angeschwollen, äußerlich habe ich superlässig ‚Na klar!‘ gesagt.

 

Macarons gefüllt mit Himbeer-Buttercreme

Oh Schreck, ich habe über eine Woche nicht gebacken, kam es mir heute in den Sinn!

Deswegen entschied ich mich sofort mich endlich mal an (französische) Macarons heranzuwagen. Gegessen habe ich sie bisher nur einmal, undzwar in einem Laden namens ‚Jö Makrönchen‚ in Ottensen. So etwas Kleines, Niedliches, Hübsches und Leckeres wollte ich auch irgendwann selbst backen. Heute.

Ich habe mich also mit Eiern, gemahlenen Mandeln, Zucker, Butter und Himbeeren bewaffnet und mich ins Macaron-Abenteuer gestürzt.

Zutaten
3 glückliche Eier
50g weißer Zucker
Prise Salz
200g Puderzucker
120g gemahlene Mandeln

Buttercreme
60g Butter (Raumtemperatur)
75g Puderzucker
125g frische Himbeeren

So hab ich’s gemacht
Zuerst werden die Eier getrennt und das Eiweiß mit dem weißen Zucker und der Prise Salz steif geschlagen. Dies gelingt besser, wenn die Eier Raumtemperatur haben. Im Anschluss kann das Eiweiß mit Lebensmittelfarbe eingefärbt werden. Ich habe ein paar Tropfen rote Farbe verwendet. Als nächstes werden der Puderzucker und die gemahlen Mandeln gesiebt um Klumpen zu vermeiden. Auf diese Weise bekommen die Macarons später eine glatte Oberfläche,
Die gemahlenen Mandeln und der Puderzucker werden zum Eischnee gegeben und vorsichtig untergehoben. Es ist wichtig, dass die Masse weder zu lang noch zu kurz verrührt wird. Sobald alle Zutaten vermengt sind, sollte nicht weiter untergehoben werden. Die Luft im Eischnee ist allein verantwortlich für das Aufgehen der Macarons. Als nächstes kann die Masse in einen Spritzbeutel mit runder Tülle gefüllt werden, um damit gleichmäßig große Kleckse auf ein mit Backpapier versehenes Backblech zu spritzen. Ist das Backblech voll kann mit dem gesamten Blech behutsam auf die Arbeitsoberfläche geklopft werden. Hierdurch können im Teig eingeschlossene große Luftbläschen entweichen. Nun kann der Ofen auf 150°C (Ober-/Unterhitze) eingestellt werden. Bis der Ofen vorgeheizt ist haben die Macarons Zeit sich etwas zu festigen (ca. 20 Min.), sodass sie beim Backen nicht zerlaufen, sondern in die Höhe gehen und so die charakteristischen ‚Füße‘ bekommen.

Nach etwa 15 Minuten sind die Macarons fertig. Während sie abkühlen kann die Buttercreme angerührt werden.

Zuerst werden die Himbeeren durch ein Sieb gedrückt, damit ein feines Püree entsteht.
Anschließend wird die Butter mit einer Küchenmaschine oder einem Handrührgerät geschlagen, geschlagen, geschlagen. Nach mindestens 5 Minuten sollte sie viel blasser und luftiger geworden sein. Dies ist der Zeitpunkt den gesiebten Puderzucker dazuzugeben und weiter zu schlagen, schlagen, schlagen. Ist alles schön cremig werden nun etwa 45ml des Himbeerpürees dazugegeben und sorgfältig verrührt. An diesem Punkt dachte ich schon ich hätte meine Creme verpfuscht, weil das Püree und die Butter einfach nicht zusammen kommen wollten und alles viel zu flüssig war. Aber als ich auf den Schneebesen-Aufsatz meiner Kitchenaid übergegangen bin, wurde die Konsistenz genau so, wie sie sein soll.

Mit einem Spritzbeutel und einer Sterntülle habe ich die Hälfte der Kekse mit der Buttercreme verziert. und die verbleibenden Kekse als Deckel obendrauf gesetzt. Fertig sind die Macarons.

Schaut euch die Bilder an und versucht es doch auch mal. Die Knackpunkte bei der Herstellung von Macarons sind meiner Meinung nach:

  • Raumtemperatur der Eier beim Schlagen des Eischnees
  • gemahlene Mandeln und Puderzucker sieben
  • Mandelmehlmasse und Eischnee nicht zu lang, aber auch nicht zu kurz verrühren. Vorsichtig unterheben
  • Vor dem Backen die Luft aus den Macarons klopfen
  • Vor dem Backen etwa 20 Minuten ruhen lassen. (So lang kann der Ofen vorheizen)

Beachtet man diese Punkte, bekommt man Macarons mit einer glatten Oberfläche und einem schönen Fuß.
Ich bin ehrlich gesagt begeistert vom Ergebnis. Und obwohl ich, wie schon so oft bemerkt, kein Fan von Buttercreme bin, gefällt sie mir in den Macarons richtig gut, Die Himbeeren geben der Creme eine leicht säuerliche Note und da ich verhältnismäßig wenig Puderzucker verwende ist sie auch nicht so süß.

Bis bald
xx D

Nach dem Backen
Vor dem Backen
Fertig zum Befüllen
Befüllen der Macarons
Macaron mit Himbeer-Buttercreme

Hier seht ihr das Video zu Macarons mit einer Vanillebuttercreme :