Monat: Dezember 2016

Kurabiye | Backen mit Papa

Vor zwei Wochen habe ich mir meine KitchenAid unter den Arm geklemmt und sie mit zu meinem Vater genommen. Eigentlich wollten wir versuchen, dass er auf die kleine Maus aufpasst während ich mit der Vorbereitung für eine Klausur beginne, aber die Idee mit der KitchenAid fand ich dann doch besser. Es reicht locker, wenn ich im Januar mit dem Lernen anfange .

Wir hatten schon länger vor gemeinsam Kurabiye zu backen. Hierbei handelt es sich um türkische große Kekse aus Mürbeteig. Von seinem letzten Urlaub in der Türkei hat mein Vater genau die Zutaten mitgebracht, mit denen der Teig auch gelingen würde. Das letzte Mal als wir Kurabiye gebacken haben war ich gemeinsam mit meiner Familie in der Türkei. Es wurden direkt 2 Kilo Mehl verarbeitet und einer meiner Onkel hat Schwerstarbeit dabei verrichtet die Zutaten so lange zu verkneten bis ein glatter Teig entstanden ist.

Das Rezept, welches wir verwendet haben stammt von meinem Opa, ein weiterer Onkel hat es bei meinem letzten Besuch in der Türkei auf eine Serviette geschrieben.

Bewaffnet mit Rezept-Serviette und KitchenAid (, damit es für uns nicht so schweißtreibend wird) haben wir das folgende Rezept halbiert und daraus 3 Bleche Kurabiye gebacken.

Zutaten
2kg Mehl
2TL ‚Karbonat’ (Natron)
1 kg ‚Vita’ Margarine (darf kein Wasser enthalten)
1 Ei
1 Pck. Vanillezucker
1/3 Teeglas Milch + ½ TL Natron
900g Puderzucker

So wird’s gemacht

Das Mehl auf die Arbeitsfläche geben und das Natron gleichmäßig darauf verteilen. Eine Mulde formen und die Margarine, das Ei, den Vanillezucker und die Milch, in der das weitere Natron verrührt wurde, hineingeben und gründlich vermengen.

Zum Schluss den Puderzucker so lange einkneten, bis der Teig glatt und formbar wird. Mit dem Knethaken der KitchenAid dauert dies mindestens 15 Minuten bei mittlerer Geschwindigkeit. Per Hand dauert es länger und erfordert nicht wenig Kondition. Den Teig zunächst in Portionen von etwa 25g einteilen. Im Anschluss werden ca 15cm lange Rollen aus den Teigportionen geformt. Fällt der Teig hierbei auseinander, ist er noch nicht lange genug geknetet worden.
Die Rollen zu Ringen formen und mit etwas Abstand zueinander auf ein Backblech setzen.

Die Kurabiye bei 160°C etwa 30 Minuten backen. Hierbei sind die 30 Minuten auch nur ein Richtwert, die Kekse sollten nicht dunkler als ein dunkles Beige werden.
Falls die Kurabiye im Ofen zusammenfallen ist das sehr schade, denn dann waren sie auch noch nicht genügend durchgeknetet. Dass das Backfett kein Wasser beinhaltet ist auch sehr wichtig.

Nach einem Tag schmecken mir die Kurabiye am besten, da sie Zeit hatten etwas durchzuziehen.

Erster Geburtstag | Backorgie 2

Der erste Geburtstag meiner süßen Tochter hat zwei Tage nach der Plätzchenbackorgie eine weitere Backorgie ausgelöst. Ich wollte gern einen ‚richtigen‘ Kuchen haben, der allen schmeckt, einen gesunden Kuchen für die Kleinkinder und handliche Muffins für den kleinen fruchtigen Hunger.

Für den ‚richtigen‘ Zupfkuchen habe ich mein Lieblingsrezept verwendet, weil es sich mehrmals bewehrt hat. Aber anstatt ihn wüst mit schokoladigen Bröseln zu übersähen habe ich diesmal ausprobiert den Teig wie Keksteig auszurollen und Förmchen auszustechen, damit eine mittige ‚1‘ von ganz vielen kleinen Herzchen eingerahmt werden konnte. Hat super funktioniert.

Der ‚gesunde‘ Kuchen sollte zuckerlos sein. Eigentlich bin ich beim Backen nicht für ‚gesunde‘ Varianten, genauso wie ich auch nicht für vegane Salami bin. ABER ich wollte es einfach mal ausprobieren, um eine Alternative zum Thema ‚Zucker bei Kindern unter einem Jahr‘ bieten zu können. Ein Bananenbrot /-kuchen sollte hierfür die Lösung sein. Zunächst dachte ich, dass dieser Versuch mächtig in die Hose gegangen ist, aber ich habe alles dafür getan, dass es diesen zuckerfreien Kuchen auf dem Buffet geben würde.

Das Rezept

500g Bananen (so reif wie möglich und ohne Schale gewogen)
125g Vollkornmehl
100ml Sonnenblumenöl
75g Haferflocken
100g gemahlene Mandeln
1 Prise Salz

Die Bananen zuerst zerdrücken. Alle weiteren Zutaten dazugeben, zu einen Teig verrühren und in eine Kastenform geben.Den Ofen auf 160°C vorheizen und etwa 30 Minuten goldgelb backen. Den Kuchen in der Form abkühlen lassen.

Nach 30 Minuten Backzeit war mein Bananenkuchen in der Mitte noch total roh, weswegen ich ihn für weitere 30 Minuten backen lies. Am nächsten Morgen habe ich ihn probiert und war, meiner Erwartung entsprechend, wenig begeistert. Er war kein Stück luftig (wie auch?) und schmeckte mir einfach zu wenig nach Kuchen. Ich entschied mich also dafür den zuckerfreien Bananenkuchen mit Schokoladenglasur zu bedecken, mit dem Gedanken, dass man die Schokolade ja auch abkratzen kann, wenn man sie nicht will. (Warum auch immer man Schokolade entfernen wollen sollte).

So, und im Endeffekt habe ich am Geburtstag zwei Stücke vom Bananenkuchen und in den Tagen danach noch zwei Stücke gegessen. Der Zupfkuchen kam bei allen am besten an, bei den Kids natürlich auch.

Auf dem Buffet gab es noch Nussecken von der ersten Backorgie und Blaubeermuffins, die nicht die besten waren, die ich jemals gebacken habe, weswegen es in diesem Beitrag bei dem Rezept für den Bananenkuchen bleibt.

Der Geburtstag war toll. Ich freue mich schon auf weitere Kindergeburtstage, an denen die Kinder auch mehr können (z.B. Sprechen) und wir dann Topfschlagen und Sackhüpfen und all die anderen tollen Geburtstagsspiele mit ihnen spielen können.

 

Das Kuchenbuffet
ausstechen der ‚Schokostreusel‘ für den russischen Zupfkuchen
Blaubeermuffins vor dem Backen
Teig und Blaubeeren, lecker!
Blaubeermuffins und Bananenbrot
Russischer Zupfkuchen

 

 

 

 

Keine Weihnachtszeit ohne Omas Nussecken | Backorgie 1

Was wäre die Weihnachtszeit ohne die ein oder andere Plätzchenbackorgie? Schrecklich lieblos wäre sie… schrecklich lieblos. Vergangenes Wochenende war es endlich so weit die Schüsseln und die Schneebesen und die Holzlöffel und die Schokolade und das Mehl und den Vanillezucker und die Haselnüsse und die Ausstechförmchen herauszukramen und wild in der Küche herumzuwirbeln. Es war einfach ein sehr schöner Samstag. Wir hatten Besuch von Freunden, die nach kurzer Zeit in die Backdüfte eingehüllt wurden, die frischen Plätzchen direkt verkosten konnten und einen gemütlichen Tag inmitten von Kerzen und Lichterketten mit uns verlebt haben.

Es gab Nussecken und viele, viele Ausstechkekse, die auf verschiedenste Art und Weise dekoriert wurden: Zuckerguss, Zuckerguss mit Streuseln, Marmelade und und und …

Nussecken gehören für mich zur Weihnachtszeit dazu. Meine Oma hat früher immer eine Menge Plätzen gebacken und wenn wir an Weihnachten zu ihr gefahren sind, konnten wir immer in den Keller huschen, in dem sich Keksdosen über Keksdosen mit verschiedensten Plätzchen befanden und uns alles nehmen, was wir wollten. Es gab Spritzgebäck, Waffeln, Heidesand, Vanillekipferl, Nussecken und noch einiges mehr. Die Nussecken sind hängen geblieben. Und Heidesand. Aber ehre die Nussecken.

Ich habe dieses Mal ein Nusseckenrezept aus meinem dicksten Backbuch verwendet und anstatt der.Aprikosenmarmelade Erdbeermarmelade aus Weimar verwendet, handgepflückt und natürlich Bio MonGré

Schaut her so geht’s:

Nussecken 

Boden
300g Mehl
130g Butter
100g Zucker
1 P Vanillezucker
1 TL Backpulver
2 glückliche Eier

Belag
200g Butter
200g Zucker
2 P Vanillezucker
200g gehackte Haselnüsse
200g gehackte Mandeln
4 EL Wasser

Dazwischen
6 EL Marmelade (eigentlich Aprikose)

Für den Boden das Mehl mit der Butter, dem Zucker, 1P. Vanillezucker, dem Backpulver und den Eiern in eine Schüssel geben, zu einem bröseligen Teig verarbeiten und dann zu einem festen Mürbeteig kneten. In Folie wickeln und für etwa 30 Minuten kühl stellen.

Für den Belag die restliche Butter in einem Topf schmelzen. Den Zucker, den Vanillezucker und die gehackten Nüsse mit dem Wasser mischen und zur flüssigen Butter geben und unter ständigem Rühren etwas köcheln lassen.

Auf einer bemehlten Arbeitsfläche den Boden dünn ausrollen, dann auf ein gefettetes Backblech legen. Den Teig mit der Marmelade bestreichen und anschließend mit der Nuss-Mandel-Mischung bedecken.

Für etwa 35 Minuten im vorgeheizten Ofen bei 175°C (Umluft 150°C) goldbraun backen.

Die Nussecken etwas abkühlen lassen und dann in geometrisch ansprechende Dreieckformen schneiden.
Um den Nussecken den letzten Schliff zu geben tauche ich eine Ecke der Nussecken noch in flüssige Schokolade.

Mein Ofen ist auf jeden Fall heißer als er sein sollte, deswegen muss ich immer ein waches Auge auf meine Gebäcke haben. Falls die Nussecken schon vor Ablauf der 35 Minuten annähernd schwarz sind, dann sollten sie herausgenommen werden. Dies gilt natürlich für jedes andere Gebäck auch. #knowyouroven

Alle Zutaten für den Boden der Nussecken
gemahlene Mandeln, gemahlene Haselnüsse und Puderzucker
Bereit für den Ofen
Immer wieder begeistert von dieser Masse
erste Ladung Butterkekse
Nussecken und Marmeladenkekse
Kekse mit Erdbeermarmelade
Kleine Sternchen, kleine Bäumchen und kleine Männchen
Nussecken, Nussecken
Noch mehr Nussecken
Ausstechkekse